Donnerstag, Oktober 04, 2007

Gestrandet...

So, morgen bricht meine letzte Woche in Indien an. VOn daher gibts jetzt nochmal einen Eintrag, vielleicht sogar den letzten.

Nachdem wir letzte Woche Delhi (Fotos von dort koennt ihr uebrigens in Aris Blog finden) mit dem ueberaus bequemen Nachtzug verliessen, waren wir ein paar Tage in Udaipur, im suedlichen Teil des Bundesstaates Rajastan, dem Touristenmagnet Numero Uno in Indien.

Hab Rajastan leider nur bei Nacht gesehen und auch nicht viel von Udaipur, weil ich mir im Nachtzug eine dicke Erkaeltung einfing und die meiste Zeit schlafend verbrachte... Naja, Shit happens, irgendwann musste es mich ja nochmal erwischen! Das was ich sah, war allerdings beeindurckend und nocheinmal eine ganze Spur anders (will heissen: vor allem bunter und waermer) als die Hoehen des Himalayas.

In einer weiteren Hauruck Aktion machten wir eine weitere Tagesreise und befinden uns jetzt auf Diu, einer kleinen Insel an der Nordwestkueste Indiens. Das ganze war hier bis vor 40 Jahren noch portugiesisch, was sich nicht nur in der beeindruckenden Kolonialstilarchitektur, den weissen Kirchen und Fischcurrys bemerkbar macht, sondern auch durch die hohe Dichte an Bars, die guenstigen Alkohol ausschenken (wir bekamen sogar an Gandhis Geburtstag Bier. Das ist eigentlich ein Sakrileg!).

Ansonsten fahren hier vor allem indische Touristen hin, um Urlaub zu machen. Die Insel hat mehrere Straende, nicht alle unbedingt schoen, aber Palmenstrandfeeling hat es allemal. Was man hier noch so machen kann ist z.B. Motorroller leihen, mein erster Fahrversuch hat uebrigens dank grandioser Unfaehigkeit mit ner Quetschung am Zeh geendet ("Weg vom Gas! Weg vom Gas!!"), und ich entschied mich dann lieber fuer ein rostiges Fahrrad. Da diese zwar unschlagbar guenstig sind, aber ohne Gangschaltung daher kommen, wird selbst auf ner flachen Insel eine 24km Tour zum entlegensten Strand (mit der besten Brandung) und zurueck nicht zum allergroessten Spass. ENtweder geh ich wieder unter die Beifahrer oder ich versuch mein Glueck selbst nochmal... Der Verkehr ist hier uebrigens weitaus weniger toedlich als im Rest des Landes.

Nagut, ich werf mich mal Richtung Abendessen... Nochmal fuer alle geneigten, ich komme um 16:45 in D'Dorf an (ohne Hausschluessel...). Falls also einer Mitleid hat... ;)

Posted by Dän at 18:18:06 | Permanent Link | Comments (31) |

Mittwoch, September 26, 2007

reif fuer die Insel

Bus gefahren, Momos gegessen, im Bett rumgehangen... Moment, das kennt ihr schon? Ja, ich bin wieder in Delhi. Hab die liebe Ari vom Flughafen abgeholt, meinen Schlafsack und meine Boots nach Hause geschickt (fast 4 Kilo gespart! und der Platz im Rucksack erstmal...), mich mit n paar Sommerklamotten eingedeckt und fahr morgen Abend mitm Zug nach Udaipur. Und wenn dann mal ausnahmsweise alles so klappen sollte, wie ich mir das wuensche, seh ich irgendwann im Laufe der naechsten Woche Meer. Hab gehoert wird kalt in Deutschland? Ich schick euch dann meine Gruesse der Bedauerung ausm Liegestuhl... hahaha!
Posted by Dän at 20:17:37 | Permanent Link | Comments (1) |

Mittwoch, September 19, 2007

kleine Odyssee

Hier nun vielleicht die chaotischste Episode bisher. Ein Drama in 3 Akten, wiedereinmal aus Tagebuchaufzeichnungen rekonstruiert. Viel Spass!

1. Akt: No Sleep til Kashmir (Donnerstag, Freitag)

Ich habe mich entschlossen, ein paar Tage vor den anderen nach Srinagar aufzubrechen, allein. Der Jeep faehrt die Nacht durch, um am naechsten Vormittag in der etwa 430km entfernten Hauptstadt Kashmirs zu sein. Wir fahren der Sonne entgegen, Richtung Westen. Ein letztes Mal sehe ich Ladakh an mir vorbeiziehen, aber ich bin mir mehr als sicher, dass dies nur ein Abschied auf Zeit sein wird.

Gut 100km nach der Abfahrt wird der bisher leere Platz neben mir durch einen kleinen, dicken Inder belegt. "Are you comfortable?" ist die gaengige Phrase von jemandem, der sich neben dir breit macht. (Ich habe sie mir inzwischen fuer Busfahrten angewoehnt.) Die Aussicht waere sicherlich klasse - der Indus, die Berge, unzaehlige Militaerbasen, die Raketenabschussvorrichtungen auf Pakistan richten - aber es ist eine sternenklare Neumondnacht, folglich sehr finster. Die Sicht auf die Sterne ist dafuer unbeschreiblich. Schade, dass man fuer diesen Anblick 6000km fliegen muss, oder eben 4 Euro Eintritt im Planetarium zahlt. Bei jedem Stop starre ich in den Himmel, bis mir schwindelig wird.

Ankunft in Srinagar. Bagdad wirkt vermutlich einladener. Ueberall Militaer mit automatischen Waffen, Stacheldraht, vor allem aber Stacheldraht. Ich entschliesse mich, 2 Naechte zu bleiben und miete ein Zimmer der Kategorie gehobener Upfuck auf einem Kahn, der in einem stinkenden Gewaesser ankert. Immerhin nicht weit zur Bushaltestelle, was meinen Fluchtinstinkt befriedigt, immerhin etwas Gutes wenn man bedenkt, dass der Preis gerade so unterhalb der Schmerzgrenze ist. Ausserdem passe ich den ersten Tag des Ramadan ab, was es schwer macht, in einer muslimisch gepraegten Region ein gutes, offenes Restaurant zu finden.

Srinagar selbst ist recht spassig - ich bezahle jemanden dafuer, mich auf dem See herum paddeln zu lassen. Ueberall Hausboote und Gaerten, schwimmende Gaerten... Haendler fahren mit ihren Booten herum und bieten Waren an, es ist eine Stadt in der Stadt, auf dem See. So verrueckt, dass ich anfange, den Ort zu moegen.

Doch dann faellt alles in sich zusammen.

2. Akt: No sleep since Kashmir (Samstag, Sonntag, Montag)

Meine Airline kommt aus dem Iran. Dass die iranisch-europaeischen Verhaeltnisse nicht gerade bruederlich sind, ist nichts wirklich neues. Leider entschloss sich die EU, Mahan Air, so der Name des Unternehmens, auf eine Blacklist zu setzen, die das Landen von Flugzeugen dieser Airline in der EU untersagt. Meike mailte es mir am Abend. Als ich in Delhi im Airline-Buero anrufe, sagt man mir, ich solle baldmoeglichst zu ihnen kommen. Was mache ich Wahnsinniger also? Keine 24 Stunden, nachdem ich in Srinagar angekommen bin, sitze ich im Express Bus Srinagar-Delhi. Express heisst in diesem Fall etwa 27 Stunden fahrt, natuerlich nur noch Platz auf der letzten Bank. Da Kashmir aber ne Krisenregion ist, haelt das Militaer die Strassen in Ordnung, und da das ganze Ding auch noch ein sg. "Deluxe" Bus ist, kann ich sogar meine Lehne zurueckstellen und finde dann letztlich doch etwas Schlaf (ja, ich weiss, dass das nicht dem Titel entspricht, aber die Dramatik... die Dramatik!). Neben mir sitzt ein deutsches Paerchen, das nach Srinagar geflogen ist und gerade seine erste, indische Busreise macht. Sorgt fuer etwas Spass. Gar nicht so schlimm, bis in den tieferen Lagen das grosse Schwitzen wieder losgeht.

Delhi zum zweiten.

Ich ueberzeuge einen Rikshawfahrer davon, dass das tibetische Viertel eben nicht "very far out!!" ist und mich fuer nen guten Preis dort hin bringt. Miete mich wieder fuer ne Nacht im Lhasa House ein, esse Momos, und das Personal ist nach wie vor echt freundlich (meine zukuenftigen 2 (!!) Delhi Aufenthalte werd ich wohl auch wieder dort verbringen). Nach Chillout, essen, dusche, lesen und pennen (zum ersten Mal seit langem wieder ohne Decke unter nem Ventilator) dann am naechsten Tag Connought Place, zu dem daemlichen Buero. Man kann mir natuerlich nicht helfen, da deren System (!) sagt, dass Fluege nach dem 1.10. planmaessig gehen. Meine Beteuerungen, dass die EU es sich in den naechsten paar Wochen wohl kaum anders ueberlegen wird, stossen leider auf taube Ohren. Immerhin sichert man mir einen FLug mit Turkish Airways zu, ebenfalls fuer den 12.10. ... Mal sehen, was da noch so kommt. Ich ueberlege, mir fuer meinen naechsten Besuch in dem Buero ein Stueck Schweinefleisch mitzunehmen (zum drohen!)

Abends sitz ich wieder im Bus.

3. Akt: Endlich Urlaub (Dienstag, Mittwoch)

McLeod Ganj heisst mein Ziel diesmal. Jeder, der Google Earth bedienen kann, wird feststellen, dass ich nen ziemlichen Umweg gemacht hab. Gluecklicherweise faehrt mal wieder ein zugekokster Irrer, der fuer die Strecke kaum mehr als 12 Stunden braucht. Schlaf bekommt man natuerlich nicht, wenn jemand deutlich zu schnell Serpentinen hochrast.

Ich entschliesse mich, (aus Geldgruenden) ueber meinen Schatten zu springen und nehm ein Zimmer mit shared Bathroom und ner Hoicktoilette. Dafuer ists sauber und etwas ausserhalb. McLeod ist ein ziemlich friedlicher Ort, die Tibetische Exilregierung hat hier ihren Sitz, dementsprechend ist die Stadt auch fastausschliesslich von Exiltibetern bewohnt, die zum Glueck nicht so stressig sind. Die beiden Hauptstrassen des Ortes sind aber deutlich uebervoll zur Mittagszeit, es sei denn, es regnet grade, und hier regnets echt viel (ein Ladenbesitzer steckt mir, dass dies der zweitregnerischste Ort Indiens sei - ich glaube es). Der Tempelkomplex ist wirklich beeindruckend - aber nicht, weil er besonders prunkvoll ist oder riesig oder weissdergeier... sondern weil er durch tibetische Bescheidenheit ueberzeugt. Er spiegelt genau den Eindrcuk wider, den ich bisher von den Tibetern bekommen habe... Man braucht hier keine riesigen Tuerme, Plaetze, kein Gold... Der Ort strahlt einfach nur Frieden aus. Nur ein kleiner weiterer Punkt, der ueberzeugt, dass die tibetische Sache 100% Solidaritaet verdient.

Den Dalai Lama hgab ich uebrigens nicht gesehen. Angeblich ist er aber gerade hier. Mal sehen... Ich bleibe noch bis Montag, bevor ich wieder nach Delhi fahre.

Posted by Dän at 15:53:58 | Permanent Link | Comments (1) |

Samstag, September 08, 2007

Highway to Leh

"This is an adventure road." Dies war der einzige Kommentar, den der Fahrer unseres Jeeps zur Lage der Strasse machte. Um uns eine Nacht zu sparen, die oeffentlichen Busse fahren die knapp 500km lange Tour in 2 Tagen, nahmen wir einen kleinen Jeep, der uns innerhalb eines Tages ueber den Leh-Manali Highway bringen sollte. Konkret hiess das im Endeffekt gut 20 Stunden Fahrt. Fahrerwechsel? Soetwas gibts hier nicht. Um 2 Uhr morgens sammelt er uns ein, wir haben Glueck, eine Nacht zuvor hatte es zwar geregnet und es gab am Beginn der Strecke viel Matsch, in dieser Nacht war es aber trocken, die Strassen waren frei und es waren keine frischen Erdrutsche zu erwarten.

Den ersten Checkpoint galt es bis 6 Uhr zu erreichen. Dank Kotzpausen gelang es uns knapp (nein, niemand von uns). Danach fuhren wir in eine unwirkliche Berglandschaft. Es wird mir kaum gelingen, alle der Eindruecke geschrieben wiedergeben zu koennen. Diese Tour gehoert zu den unglaublichsten Dingen, die ich bisher hier erlebt habe. Die Klimazonen reichen sich die Haende, eben war man noch in gruenen Taelern, ist man wenige Stunden spaeter in der sandigen Einoede eines Plateaus, kroch einige der hoechsten Paesse der Welt hoch, wo die Luft so duenn ist, dass es Lisa umhaut. Die Aussicht ist in jedem Augenblick umwerfend... Hab ich erwaehnt, dass meine Photos von dieser Tour wenigstens was geworden sind? Manchmal fragt man sich, ob man noch auf der Erde, auf dem Mars oder auf Tattooine ist... Das muede Gehirn (im Jeep schlafen geht nicht.) weigert sich, das, was die Augen sehen, als Realitaet zu akzeptieren.

Leh.

Wir kommen am spaeten Abend an und fallen an unserem Hotel bald ins Bett. Was dies fuer ein Ort ist, wird erst am naechsten Tag deutlich - wir sind auf 3500m in einem Tal, rund um Leh erheben sich die Spitzen des Himalayas. Leh selber ist im Zentrum eine hektische Kleinstadt, die Auslaeufer haben aber viel zu bieten. Ich bin heute durch die engen Gassen der Altstadt geirrt, als ich eine ABkuerzung zur STrasse suchte, die zum eindrucksvollen Leh-Palace fuehrt. Dort angekommen bahnte ich mir erst meinen Weg durch diese alten Mauern, die ueber Leh thronen. Noch weiter ueber der Stadt findet man die Tse-Mo Festung, erreichbar durch einen staubigen, steilen Trampelpfad. Die trockene Wuestenluft ist so klar, dass man ueber das gesamte Tal blicken kann. Hunderte von buddhistischen Gebetsfahnen unterstreichen den besonderes Flair dieses Ortes. Hoeher kann man in Leh nicht hinaus, von keinem anderen Ort bekommt man eine bessere Sicht auf Berge und die sandigen Gassen der Altstadt. Willkommen im Himmel.

Posted by Dän at 18:24:23 | Permanent Link | Comments (0) |

Mittwoch, September 05, 2007

Einmal Ganges und zurueck II

26.8.07 (Sonntag, Gangotri)

Es beginnt als Hoellentag. Wir sind um 6 Uhr aufgestanden, nur um zu erfahren, dass der Bus, den wir um halb 8 nach Gangotri nehmen wollten, bereits um 7 fuhr, wir ihn also knapp verpassten (Busabfahrtszeiten bilden hier eher grobe Richtwerte als verlaessliche Groessen). Das hatte aber letztlich gute Seiten - ein ausgiebiges Westfruehstueck, fuer das nun Zeit war, staerkte uns fuer den weiteren Weg und ich konnte mich mit neuem Durchfallmittel eindecken (Rezeptfrei und guenstig - ich koennt hier Morphine verlangen und wuerd sie wohl kriegen), ich hatte echt ne scheiss Nacht. Danach Zeit totschlagen, bis der naechste Bus fuhr auch nicht zur angegebenen Zeit, sodass wir endlich gegen 12 aus Uttarkashi losjoeckeln konnten.

Ein Ritt auf einer tollwuetigen Kuh haette mehr Komfort versprochen. Zwischen Uttarkashi und Gangotri sind 2000m Hoehenunterschied (wir sind jetzt auf 3000m Hoehe), die wir wiedereinmal ueber verschlungende Paesse zuruecklegen, dank Monsun manchmal kaum noch als solche zu erkennen. Je weiter wir auf dem 100km langen Weg kommen, desto asphaltierter scheinen die Strassen dieser legendaeren Route zu werden. Aber auf die Strasse mag man wieder kaum zu achten, erheben sich links und rechts gewaltige Haenge, getaucht in das satte gruen der Nadelwaelder. Am Fuss der Haenge frisst sich der Ganges durch die Landschaft, den wir manchmal tief unter uns, manchmal direkt neben uns sehen, oft schmal und wild, gespeist durch unzaehlige Gebirgsbaeche. Nach mehr als 6 Stunden Fahrt kommen wir an, Gangotri liegt vor uns im warmen Licht der Daemmerung. Im Ort selber herrscht eine friedliche Atmosphaere. Als wir nach dem Abendessen durch die Strasse des Ortes gehen, laecheln mich viele der Menschen - meist Hindu-Pilger - an, auch unser Busfahrer trifft und begruesst mich ueberschwaneglich. Kaum einer, der hier ist, wirkt ungluecklich. Gangotri wirkt magische Faszination auf seine indischen Besucher aus. Ob der Funke ueberspringt, werde ich morgen herausfinden, wenn wir uns nach den Strapazen einen Tag Ruhe goennen und mein Magen und Ich hoffentlich wieder Freunde werden.

Posted by Dän at 13:58:45 | Permanent Link | Comments (0) |

Montag, September 03, 2007

Willkommen in Hippiehausen

(Wieder Abschrift aus meinem Tagebuch, leicht veraendert)

Manali, Sonntagabend. Nach 18 schlaflosen Stunden im Nachtbus kamen wir am fruehen Morgen in Manali an. Der Teil der Stadt, in dem der Busbahnhof ist, ist von Tourifressern besetzt, also nehmen wir eine Rikshaw nach Old Manali, fruehstuecken. Nutella Toast! Lisa und Meike bleiben dort, Claus und Ich fahren nach Vashish (reimt sich uebrigens auf... naa?), einem kleinen Dorf, dass ein paar Rikshawminuten ausserhalb liegt. Nach einigem Umsehen finden wir ein sauberes Hostel mit dem Luxus einer heissen Dusche, gerade noch bezahlbar. Bei einer Tour durch den Ort wird klar: wir sitzen knietief in Hippiescheisse. Vor dem Restaurant, in dem wir mittagessen, hocken bekiffte Israelis, die mit freakigen Gurus Bhang (sowas aehnliches wie Hasch glaube ich...) rauchen. Western + Israeli Food ueberall, eine waschechte Tourienklave.  Wenn man sich nicht davon anpissen laesst, dass es hier von arroganten Westlern wimmelt, die nur widerwillig gruessen (ist in Gegenden mit mehr Indern ganz anders gewesen bisher), bietet dieser Ort auch seine Reize:

  1. Fruehstuecksauswahl
  2. Viel zu lachen Dank bekiffter Fratzen, die uns um 12 Uhr Mittags schon beim Fruehstueck unterhalten\
  3. kuehles Bier

Naja, gerade schreibe ich in einem Cafe, geniesse ein kaltes "Kingfisher" und lausche Livemusik. Bis vorhin gabs Blues, jetzt ist offene Buehne angesagt, jeder darf zeigen, was er kann. Hippiespirit.

"China come on, how can you say it's your land? ... Tibet shall be free"

Knapp 40 Leute hocken hier auf Kissen und dem Boden, es ist friedlich, natuerlich, denn auch hier qualmen Pfeifen. Ist mir egal, unterstreicht die Stimmung, aber mal im Ernst... Das letzte, was man in Indien braucht, um gut drauf zu sein, ist nen Joint. (Ich kanns einfach nicht nachvollziehen, was cool daran ist, den Tag mit nem Kopf zu beginnen!) Ich lehne mich zurueck und erfreue mich an der Musik und finde es schoen, mal etwas weg vom Stress zu sein. Auch wenn manche Performer hier bereits so dicht sind, dass sie wohl besser im Bett als auf der Buehne waeren. Unterhaltsam. "It's easy to get stuck in Manali", Steven, ein Kuenstler, den wir in Gangotri kennenlernten. hatte vermutlich Recht.

Oh mein Gott, ich muss aufhoeren. Ein Schwede traegt merkwuerdige Lyrik vor. Die Groteske setzt sich fort.

 Zu meinen Photos: ich hab sie hier entwickeln lassen. 2 Filme zu blass geworden. Ein Film versaut, kratzer auf den Negativen. Auf CD entwickeln? "Sorry Sir, not possible." Ich kriegs kotzen, versuche, weiter Aufregende Photos zu machen und lass sie zuhause entwickeln. Kommt vorbei, ich mach Chai!

Posted by Dän at 16:38:32 | Permanent Link | Comments (1) |

Samstag, September 01, 2007

Einmal Ganges und zurueck

25.8.07      21:09

In Essen tobt die Loveparade, ichliege auf dem Ranzbett eines Budgethotels in Uttarkashi, seit 15 Stunden aktiv. Wieder einmal eine dieser ueberfuellten, hektischen, indischen Kleinstaedte.

Unser Ziel?

Der Gaumukh ("Maul der Kuh") Gletscher im hohen Himalaya, begrenzt durch die Haenger zweier fast-7000er, Quelle Indiens praegensten und heiligsten Strom, dem Ganges.

Der Plan:

     Mussorie --> Uttarkashi (Bus); Uttarkashi --> Gangotri (Bus); Gangotri --> Bhojwasa (zu Fuss); zum Gaumukh und zurueck nach Bhojwasa (per pedes); zurueck nach Gangotri latschen und dann zurueck irgendwohin (Nachhinein also Dehradun, siehe letzter Post)

Tag 1

Der Wecker klingelte um 6. Ohne Fruehstueck zum Bus, natuerlich bergauf. Waehrendder 2,5 Stunden Fahrt genoss ich die malerische, gruene vernebelte Huegellandschaft, waehrend der Bus, halb gefuellt ueber die engen Serpentinen raste,. begleitet von Kotzgeraeuschen einer Einheimischem, zwei Reihen hinter mir. Eingehuellt in meinen Schalt atmete ich die nebelige Frische des Morgens, unverdrossen ueber die Dinge, die noch kommen mochten.

Umsteigen.

Nach kurzem Gang fanden wir den Bus. Uebervoll. Unsere Rucksaecke landen im Stauraum, Paranoiagefahr. Alle finden einen SItz in der naehe der Vorderachse, ich werde von 5 indischen Jungen dazu eingeladen, mit ihnen die  Rueckbank zu teilen. Der hyperaktivste von ihnen beginnt Smalltalk, einge angenehme Abwechslung zur gedaermerschuetternden Fahrt. Ich kann ihm nicht lange Folgen.

Der Blick auf die gruenen Schluchten, an deren Fuss der majestaetische Ganges fliesst, im Sonnenlicht in einem surrealen Eisblau schimmernd, verschlug mir die SPrache. DIe STrapazen der fast 4 Stunden seit dem Umstieg schienen mit jedem Blick vergessen, eine unglaubliche Vorfreude auf die naechsten Tage, gepaart mit mit dem Gefuehl tiefer Zufriedenheit manifestierten sich in einem breiten Laecheln.

Der Weg ist das Ziel?

Posted by Dän at 12:31:06 | Permanent Link | Comments (1) |

Wieder Stadtluft...

So, der Gaumukh Gletscher frass mich nicht. Momentan hocke ich in nem Cybercafe in Dehradun, von hier aus fahren wir in knapp 3 Stunden nach Manali. Zeit um etwas zu bloggen. So dumm das klingt, irgendwie ists grad mal wieder cool, in ner Stadt zu sein, auch wenns laut ist, heiss, der Verkehr zum kotzen. Dafuer Zimmerservice, Farbfernseher, nicht frieren beim pennen. Ne nette Abwechslung nach fast einer Woche Himalaya. Der Trip hierhin war hart, die erstenm 4 Stunden im Jeep, zum Glueck, da die STrassen hauefig echt krass weggespuelt und -gerutscht waren, dann nochmal mehr als 7 in nem Bus auf der Rueckbank eingezwaengt. Ich hoffe, der Trip heute wird besser...

Ich hab den Gletscherbericht versprochen, also will ich mal loslegen. Da ich konstant Tagebuch gefuehrt hab, ist das zu grossen Teilen 'ne Abschrift, also nicht wundern, wenn die Tempi nicht hinhauen, kam immer drauf an, wann ichs abends gekritzelkt hab. Da es recht viel ist, setz ich das nach und nach hier rein. Viel spass dann!

Posted by Dän at 12:09:33 | Permanent Link | Comments (0) |

Samstag, August 25, 2007

Im Norden nichts Neues...

nach 7 Stunden im ueberfuellten Bus endlich abhaengen in Uttarkashi. Leckere Momos gegessen. Dreckig, im Arsch, muede, schreibfaul. Morgen fahren wir nach Gangotri, zur um dann uebermorgen zur Ganges-quelle zu trekken. Und auf dieses, erste Reisehighlight folgt dann auch mal wieder ein laengerer Blogeintrag, vielleicht auch mit Photos... ;) Aber die zeig ich eh rum, wenn ich wiederkomme, das ist eine Drohung!
Posted by Dän at 18:54:05 | Permanent Link | Comments (1) |

Donnerstag, August 23, 2007

Mussoorie

... heisst das schoene Staedtchen, in das es uns jetzt verschlagen hat. Prinzipiell muss man sich das so vorstellen, wie Sankt Moritz auf indisch. Dank Off-Saison stehen die meisten der ueber 300 Hotels hier im Ort leer, was uns eine gute Verhandlungsbasis schaffte, um Zimmer nach unseren Wuenschen zu dem Geld zu bekommen, was wir ausgeben wollten. Zudem ist hier grad einfach nichts los, und wir koennen in Ruhe die herrliche Aussicht geniessen, solange uns keine Wolken umhuellen (wir sind auf 2000m Hoehe). Trotzdem ists hier irgendwie unattraktiv, da die Haendler oft zu sturr sind und man fuer den groessten Tand noch viel zu hohe Preise zahlen soll... Was will man machen, wir bleiben hier noch maximal 1-2 Naechte (je nachdem, wie gut wir unsere Magenprobleme und andere Wehwehchen auskurieren) und fahren dann endlich weiter in Richtung Himalaya. Photos gibts wieder keine - die brauchen hier angeblich 3 Tage um meine Negative auf CD zu entwickeln, solang wollen wir hier aber nicht mehr rumlungern. Und dann gibts sicherlich auch wieder mehr zu erzaehlen!

Wer jedenfalls mal innerhalb Indiens Indien entkommen will, muss hier hin - bergig, gruen, sauber, reich. 

Posted by Dän at 15:32:59 | Permanent Link | Comments (1) |